Organisation des Carve-Out Teams


Die richtige Organisation des Prozesses und des Teams das an dem Carve-Out Projekt arbeitet ist von entscheidender Bedeutung für ein erfolgreiches Carve-Out. Die gilt für beide Seiten des Prozesses – die Käufer und die Verkäufer Seite. Da in dem Verlauf des Prozesses beide Seiten Hand-in-Hand arbeiten ist es wichtig zu verstehen, wie beide Teams optimal aufgestellt. Ein unzureichendes Team auf der Verkäufer Seite kann den Kauf zu einem unkalkulierbaren Wagnis machen.


Allgemein kann man sagen, dass es ein Grundgerüst für das Team gibt, das für fast alle Carve-Out Projekte gut funktioniert, da die Basis grundsätzlich die gleiche ist. Wichtig ist, dass für jede Phase des Projektes das richtige Team ausgestattet mit den richtigen Kompetenzen unter der richtigen Leitung rechtzeitig zur Verfügung steht. Der Aufwand ist natürlich in jeder Phase unterschiedlich und auch die Einbeziehung der Teammitglieder ist dementsprechend variabel.


Unterschiede in der Teamzusammensetzung ergeben sich auch in jedem Projekt abhängig von der Größe des zu akquirierenden Objekts, der Branche und etwaiger Spezialisierungen des zu kaufenden Unternehmens.


Von der Größe des Unternehmens hängt ab, ob alle Mitglieder des Projektteams Vollzeit oder nur Teilzeit auf dem Projekt arbeiten. Die Branche bestimmt den Fokus der im Team befindlichen Funktions-Ressourcen. So nimmt bei einem Unternehmen des Maschinenbaus die technische Funktion einen stärkeren Teil ein, als bei einem klassischen FMCG Unternehmen, oder gar einem Dienstleister.

 
Abgesehen von den unten beschriebenen Aufgaben und der Struktur des Teams ist vor allem anderen auf die folgenden Merkmale für die Teammitglieder zu achten (Erfolgs/Miss-Erfolgsfaktoren):


• Ausreichende Erfahrung der Teammitglieder

•Ausgeprägte Fähigkeit zu klarer und transparenter Kommunikation, abgestimmte und im Team bekannte Kommunikationstrategie

• Emotionale Bindung zum Projekt muss gering sein/bleiben

• Klare Struktur des Teams und klare, bekannte Führungsstruktur

• Festgelegte und bekannte Entscheidungskompetenzen

• Ausreichende Entlastung vom Tagesgeschäft bzw. komplette Freistellung für das Projekt je nach Größe


Diese Erfolgsfaktoren bedingen, dass es Mitarbeiter im Unternehmen gibt, die diese Faktoren erfüllen bzw. die Rolle ausfüllen können. Wenn dies nicht der Fall ist, gibt es darüber hinaus die Möglichkeit einige der Leistungen extern einzukaufen. Auf dem heutigen Beratermarkt, gibt es nahezu für jede Funktion und jede Kompetenz den richtigen Berater. Es bleibt zu bedenken, dass das ‚Preis-Leistungsverhältnis‘ für die Beratungsleistung stimmen muss.


Klassisch sind gerade im kleineren deutschen Mittelstand einige der für den Prozess wichtigen Kompetenzen nicht oder nur begrenzt vorhanden. Gerade im Bereich des M&A Projekt-/Prozessmanagement ist meist die Kompetenz nicht vorhanden, dies gilt in gleichem Maße für die rechtliche Beratung. Aber auch bei Spezialthemen wie der Kaufpreisbestimmung/Financial Analytik, Unternehmenskulturanalyse und der operativen Übernahme des Unternehmens lohnt es sich in gute Ressourcen zu investieren, statt auf Risiko zu gehen.


Zu Bedenken dabei ist jedoch auch, dass die Berater nicht aus dem Unternehmen kommen, die Unternehmenskultur nur teilweise erfassen und andere / eigene Ziele verfolgen. Zudem ist eine ‚Schaar‘ von Beratern schwer zu lenken und verursacht daher ‚Transaktionskosten‘.


Zu empfehlen ist es, die Hauptthemen über einen für den Prozess verantwortlichen Berater abzudecken, der über sein Unternehmen oder ein Netzwerk dann weitere Beraterleistungen, so erforderlich, anbietet. Dadurch kann sichergestellt werden, dass Einzelthemen nicht vergessen werden.

Greg Winholt