Die Phasen des Carve-Outs 

 Der Prozess des Teil- Unternehmenskauf und –verkaufs zieht sich meist über einen längeren Zeitraum hin. Dieser Prozess kann in einen Ablauf von verschiedenen Phasen aufgegliedert werden, die sich auf der Käuferseite und der Verkäuferseite teilweise widerspiegeln, und andere die separat voneinander verlaufen. Die einzelnen Phasen schließen sich weitgehend aneinander an siehe auch das Phasenmodell der Schultz & Partner Unternehmensberatung.

Einige der Phasen sind überlappend miteinander und können sich vom Start der Phase auch über andere Phasen hinausziehen. Entscheidend ist auf beiden Seiten, dass der generelle Prozess und die Abläufe von den Mitgliedern des Managementteams verstanden sind, und dass die zeitlichen Abhängigkeiten bekannt sind.

Daher ist es von großer Bedeutung, dass es einen verantwortlichen Projektleiter gibt, der mit den notwendigen Kompetenzen ausgestattet ist um das Projekt zu führen und zu koordinieren. Eine genügend hohe hierarchische Einordnung im Unternehmen ist hier wichtig. Alternativ kann diese Funktion in kleineren Unternehmen von einem externen Berater übernommen werden, der eng mit der Geschäftsleitung zusammenarbeitet.  

Wie man sieht, ist der Prozess des Unternehmenskauf/-verkaufs hier weit gefasst, und beginnt bereits mit der strategischen Entscheidungsfindung, und endet mit der Abwicklung der Post-Merger Phase, das heißt der vollständigen Ein-/bzw Ausgliederung des Unternehmensteils. In der Literatur wird der Prozess gerne vereinfacht dargestellt und setzt bei der Interessentensuche bzw. der Zielunternehmen-Suche an und hört kurz nach der vertraglichen Übergabe des Unternehmensteils auf. Dies beruht auf den Gedanken, dass die Entscheidungsfindung ein normaler strategischer Prozess ist, der sich für die Verkaufs-/Kaufentscheidung nicht von anderen Vorgängen unterscheidet, und das nach der Übergabe/Übernahme des Unternehmens das operative Geschäft übernimmt. Leider greift dieses Konzept zu kurz, und bildet den Kauf-/Verkaufsprozess zu einfach ab.

Die Entscheidungsfindung ist ein integraler Teil des Prozesses, da er entscheidend das entstehende Geschäft beeinflusst, sowohl aus der Sicht des (Zu-) Käufers, als auch aus der Sicht des Verkäufers. Speziell die Entscheidungsfindung und die Behandlung des Themas in dem verkaufenden Unternehmen unterscheiden sich aufgrund der notwendigen hohen Geheimhaltung von den alltäglichen Entscheidungen.

Der Umgang mit der Entscheidung und die damit zusammenhängende Kommunikationsstrategie bis zum Verkauf selbst sind prägend für den Erfolg des Verkaufs. Im bersten Fall geht ein gut vorbereitetes und engagiertes (Teil-) Unternehmen auf den Käufer über, im schlimmsten Fall wird bereits ein Teil des Wertes des Unternehmens durch Demotivation und daraus folgende schlechte Geschäftsergebnisse und die Abwanderung von Kompetenzträgern (=Teil des Unternehmenswertes!!) verloren.

Dies gilt umso mehr für den Fall des Carve-Out, der Ausgliederung eines Unternehmensteils, da hier auf beiden Seiten nicht direkt zum operativen Geschäft übergegangen werden kann. In den meisten Fällen ist es hier noch wichtiger, die Kompetenzträger von dem neuen Unternehmen zu überzeugen, und aufgrund des zum Übergabe Zeitpunkt meist nicht vollständigen Management Teams von einem hohen Geschäftsniveau zu starten.

Der Anfang der Geschäftstätigkeit aus der internen Krise heraus ist meist zum Scheitern verurteilt, da über einen längeren Zeitraum auch nach dem vertraglichen Übergabe Termin Sonderarbeiten und Prozesse anliegen die das Gleichgewicht zwischen operativem Geschäft und dem Anstoßen der Geschäftstätigkeit (den Carve-Out Aktivitäten) teilweise empfindlich stören können und somit in der kritischen Startphase bereits den Erfolg des Deals signifikant zum negativen beeinflussen können. Dies wird in den einzelnen Phasen detaillierter dargestellt - siehe Phasenmodell nach Schultz & Partner.